Betroffenengeschichte Timo Riess©Timo Riess
„Setz dich mit deiner Erkrankung auseinander und rede darüber.“

Timo über seinen Weg zu einer erscheinungsfreien Haut

Inzwischen hat Timo seine SchuppenflechtePsoriasis. Chronisch-entzündliche Erkrankung, die zu den Systemerkrankungen zählt, da die Entzündung nicht nur die Haut, sondern den gesamten Körper betrifft. dank einer modernen Biologika-Therapie unter Kontrolle und kann weitestgehend erscheinungsfrei leben. Das sah vor einigen Jahren noch anders aus, als ca. 80 % seiner Haut von der chronischen Hauterkrankung betroffen war.


Auf der Suche nach der richtigen Diagnose

Vor knapp vier Jahren veränderte sich das Leben des jungen Mannes schlagartig, als sich kleine rote Plaques kontinuierlich auf seinem ganzen Körper ausbreiteten. Es dauerte einen Augenblick, bis er realisierte, dass diese Ekzeme kein temporärer Ausschlag waren, sondern sich dauerhaft auf seiner Haut festsetzten.

„Ich dachte am Anfang, das ist eine allergische Reaktion. Dass die Schuppenflechte eine Erkrankung ist, mit der ich jetzt den Rest meines Lebens rumlaufe, habe ich nicht realisiert. Das kam erst nach und nach.“

Der Wunsch nach einer Diagnose trieb Timo zu verschiedenen Ärzt*innen. „Mein Hausarzt hat zum ersten Mal die Möglichkeit einer PsoriasisSchuppenflechte. Chronisch-entzündliche Erkrankung , die zu den Systemerkrankungen zählt, da die Entzündung nicht nur die Haut, sondern den gesamten Körper betrifft. angesprochen. Er hat mir aber empfohlen, es dermatologisch bestätigten zu lassen, sodass ich schlussendlich die finale Diagnose von meinem Hautarzt bekommen habe.“

Mit der gestellten Diagnose begann für Timo die Suche nach einer passenden Therapie. Wie bei vielen SchuppenflechtePsoriasis. Chronisch-entzündliche Erkrankung, die zu den Systemerkrankungen zählt, da die Entzündung nicht nur die Haut, sondern den gesamten Körper betrifft.-Betroffenen wurde seine Haut anfänglich mit topischen sowie physikalischen Therapien wie Cremes und Bad- und LichttherapieBehandlung der Haut, bei der Schuppenflechte typischerweise mit UV-A- oder UV-B-Strahlung. behandelt. Diese zeigten jedoch nur eine geringe Wirkung. Er erzählt: „Das die Behandlungen nicht direkt gewirkt haben, hat mich aus der Bahn geworfen und ich habe mich gefragt, ob das alle meine Möglichkeiten waren und ob ich mit der stark befallenen Haut nun mein ganzes Leben zurechtkommen muss.“


Den Schritt in die Medikamentenstudie wagen

Doch Timos Suche nach einer passenden Therapie sollte hier noch nicht enden. „Ich habe das Glück, dass ich einen Dermatologen gefunden habe, der sich für seine Patientinnen und Patienten einsetzt. Er hat mir immer wieder neue Behandlungen vorgeschlagen und mir auch von der Möglichkeit erzählt, an einer Medikamentenstudie teilzunehmen“, erinnert er sich. Die zahlreichen Beratungsgespräche sowie die Chance auf mehr Lebensqualität führten dazu, dass sich Timo wenige Zeit später tatsächlich in einer Studie wiederfand.

„Ich war immer etwas skeptisch und vorsichtig in Bezug auf Studien. Aber die Schuppenflechte war so schlimm, dass ich zahlreiche Nebenwirkungen in Kauf genommen hätte, nur damit meine Haut besser wird.“

Wie sich rausstellte, waren seine Sorgen unbegründet. „Ich hatte immer die Möglichkeit, bei Fragen oder Problemen mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen. Auch aufgrund der ständigen Kontrolluntersuchungen, habe ich mich immer gut aufgehoben gefühlt“, resümiert Timo über die Studie. Heute berichtet er auch anderen SchuppenflechtePsoriasis. Chronisch-entzündliche Erkrankung, die zu den Systemerkrankungen zählt, da die Entzündung nicht nur die Haut, sondern den gesamten Körper betrifft.-Betroffenen von seinen positiven Erfahrungen und empfiehlt, die Ärztin oder den Arzt proaktiv auf eine mögliche Studie anzusprechen, wenn die regulären Therapien nicht helfen. Die Studie ist seit ca. zwei Jahren beendet und nun bekommt Timo ein bereits zugelassenes Biologikum. „Ich bin damit sehr zufrieden – das kann ich wirklich nicht anders sagen. Ich habe keine Plaques mehr auf der Haut und muss nur noch alle acht Wochen für meine Spritze zum Hautarzt. Ich fühle mich, als hätte ich mein Leben wieder zurückbekommen“, so Timo.


Ein neues Kapitel am Arbeitsplatz

Wie viele andere Betroffene hat sich Timo die Frage nach dem „Warum“ gestellt und sich auf die Suche nach möglichen Triggern gemacht. Zeitnah identifizierte er für sich die dauerhafte Belastung am Arbeitsplatz als einen Auslöser. Diese beeinflusste ihn nicht nur psychisch so sehr, dass er zeitweise unter depressiven Phasen litt, sondern schien auch seine Haut zu reizen. Für ihn war klar, dass es so nicht weitergehen kann. Daraufhin suchte er das direkte Gespräch mit seinem Vorgesetzten.

„Ich habe meine Probleme offen bei meinem Chef kommuniziert, der mir großes Verständnis entgegengebracht hat. Wir haben gemeinsam nach einer Lösung gesucht und ich konnte glücklicherweise innerhalb kürzester Zeit die Abteilung wechseln.“

Auch seine Kolleg*innen waren für Timo eine große Stütze. „Ich wurde aufgrund meiner SchuppenflechtePsoriasis. Chronisch-entzündliche Erkrankung, die zu den Systemerkrankungen zählt, da die Entzündung nicht nur die Haut, sondern den gesamten Körper betrifft. nicht anders behandelt oder ausgeschlossen. Auch wenn das eigentlich selbstverständlich sein sollte, weiß ich, dass nicht alle Gleichgesinnten dieses Glück haben“, sagt der junge Mann. Er konnte und wollte immer offen über seine Erkrankung sprechen. „Natürlich haben meine Kolleg*innen hier und da mal geguckt, sie haben die Veränderung ja auch gesehen, da ich mir zum Beispiel die Fingerkuppen mit Pflastern abgedeckt habe. Aber ich habe es einfach erklärt“, berichtet Timo.


Leben mit Schuppenflechte: „Man muss sich weder schämen noch verstecken.“

Timo hat sich mit den sichtbaren Hauterscheinungen zu Beginn der Erkrankung sehr unwohl gefühlt: „Die neue Situation hat mich komplett überfordert und ich habe mich beispielsweise von meinem Mitbewohner*innen oder auch aus dem Dating-Leben komplett zurückgezogen. Es war teilweise schon schwierig, damit rumzulaufen, da ich überall in der Wohnung plötzlich Hautschuppen hinterlassen habe und ich meine Mitbewohner*innen damit nicht belasten wollte."

Auch hier konnte Timo die moderne SystemtherapieSystemische (innerliche) Therapie, die in fehlerhafte Abwehr-Reaktionen des Körpers eingreift. helfen. „Meine Haut wurde schrittweise besser und ich bin wieder mehr rausgegangen." Das möchte Timo auch zukünftig beibehalten, selbst wenn die Plaques irgendwann mal wieder vermehrt auftauchen sollten. „Ich muss mich nicht für meine Erkrankung schämen oder verstecken. Je offener darüber gesprochen wird, desto mehr Verständnis können wir in der Bevölkerung bewirken."

Vielen Dank für das Gespräch, Timo.


Timos Tipps für andere Schuppenflechte-Betroffene:

  • Schauen Sie über den Tellerrad hinaus: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Dermatologin bzw. Ihrem Dermatologen über neue Behandlungsmöglichkeiten, denn moderne Therapieansätze können zu mehr Lebensqualität verhelfen.
  • Keine falsche Scheu: Besprechen Sie Fragen und Bedenken sowie Wünsche bezüglich Ihrer Behandlung offen mit Ihrem Behandlungsteam. Holen Sie sich eine zweite Meinung ein, wenn Sie mit Ihrer Hautärztin bzw. Ihrem Hautarzt unzufrieden sind oder sich unwohl fühlen.
  • Kommunizieren Sie offen und ehrlich: Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten, wenn Sie mögliche Trigger am Arbeitsplatz identifizieren. Gemeinsam können Sie Lösungen finden.
  • Bauen Sie ein Netzwerk auf: Tauschen Sie sich offen mit Ihren Freund*innen, Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner, Familienangehörigen und Arbeitskolleg*innen aus. Sie können im Umgang mit der Psoriasis eine Stütze sein.

Downloadmaterial

  • Schuppenflechte – erklären, erkennen, behandeln, informieren
  • Wegweiser - Mehr Selbstbestimmung mit Schuppenflechte
  • Leben im Gleichgewicht: Stressbewältigung und –vermeidung
  • Patient*innenbroschüre „Leben mit Plaque Psoriasis“
  • Schuppenflechte im Griff: Gut leben mit Psoriasis

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