Im Dialog

Im Dialog: Ihre Fragen und unsere Antworten rund um das Thema Psoriasis

Patienten fragen – Experten antworten: Stellen Sie hier Ihre persönliche Frage zum Thema Schuppenflechte (Psoriasis), egal ob als Patient oder Angehöriger. Die Dermatologen Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis, Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler haben sich auf die Behandlung von Psoriasis-Patienten spezialisiert und stehen Ihnen als Experten zur Verfügung. Gerne beantwortet diese Gruppe Ihre Fragen und steht Ihnen mit wertvollem Rat zur Seite.

Bitte haben Sie Verständnis, dass unser Team keine direkten Behandlungsempfehlungen aussprechen kann. Das betrifft auch die Besprechung laufender Therapien. Wenden Sie sich dazu an Ihren behandelnden Arzt. Für alle weiteren (allgemeinen) Fragen rund um Schuppenflechte stehen Ihnen die „Bitte-berühren“-Experten gerne zur Verfügung. Außerdem laden wir Sie ein, bereits beantwortete Fragen auf dieser Seite durchzuschauen. Gegebenenfalls finden Sie hier schon hilfreiche Informationen zu Ihrem Anliegen.

Experte: Dr. Ralph von Kiedrowski, Dr. Dagmar Wilsmann-Theis,  Priv.-Doz. Dr. Thomas Rosenbach und Prof. Dr. Uwe Gieler
Dr. med. Ralph von Kiedrowski, Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis, Prof. Dr. med. Uwe Gieler, PD Dr. med. Thomas Rosenbach

Über unsere Themenfilter gelangen Sie außerdem ganz einfach zu relevanten bereits gestellten Fragen und aktuellen, fachlich qualifizierten Antworten in verständlich aufbereiteter Form. Reichen Sie Ihre Frage einfach über das folgende Formular ein. Sobald Ihr Anliegen von einem unserer Experten beantwortet wurde, finden Sie die Antwort auf dieser Seite. Bitte schauen Sie daher nach ca. 3-4 Wochen erneut auf unserer Website vorbei.

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Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen bei Psoriais

Ich bin 70 Jhr.,w.u.leide seit 1971 an Psoriasis mehr oder minder ausgeprägt.(Ellb., einige kleine STellen auf der Handoberfläche, einige wenige auf Kopfh. u. hint.dem Ohr u. eine mandarinengroße Stelle a.d.re..Obersch.) Nun habe ich gelesen, daß man als Psoriatiker ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit und Atherosklerose hat. Muß ich mir da nun Sorgen mach. u.wie oft sollte ich nun zum Kardiologen geh., um dies untersuch. zu lassen? Kann mein Vorhofflimm.dam.zus.hängen?

Anonym

Themen: Angehörige

Sehr geehrte Frau G.,

 vielen Dank für Ihre wichtige Frage, deren Beantwortung leider etwas verzögert erfolgt.Sie sprechen die wichtige Thema der Begleiterkrankungen (Komorbidität) an. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass es sich bei der Schuppenflechte, insbesondere bei den schweren Verlaufsformen, um ein chronisches Entzündungsgeschehen im gesamten Körper handelt, d.h., grundsätzlich finde ähnliche Entzündungsprozesse wie in der Haut auch auch an anderen Grenzmembranen, wie z.B. der Gefäß- oder Darmwand, statt. Zudem gibt es weitere Begleiterkrankungen, die sich verstärkend auswirken (Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht) und damit dann erklären, warum im Rahmen der Psoriasis durch Arteriosklerose eine erhöhte Herzinfarkt- und Schlaganfall-Gefahr besteht.

Dies bedeutet für Sie aber nicht zwangsläufig, dass Sie auch davon betroffen sind. Dies müsste durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden. 

Ziel ist ist, durch eine gute Entzündungskontrolle auch bei der Schuppenflechte dieses Risiko zu minimieren, ebenso wie die weiteren Risikofaktoren.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Was kann ich gegen schuppenflechte noch tun?

Hallo. Mein Freund leidet seit der Kindheit an schuppenflechte. Diese hatte er mit der salbe soderm behandelt doch der Juckreiz wird immer schlimmer... Was können wir noch dagegen tun dass es etwas besser wird?

Anonym

Themen: Angehörige

Hallo,

besser als eine rein kortisonhaltige Creme wirkt unter Umständen die Kombination Betamethason/Calcipriol (Kortison/Vitamin D3) als Salbe, Gel oder Schaum. Falls auch das nicht ausreicht, würde man zusätzlich eine Lichtbestrahlung mit UVB Licht beim Hautarzt durch führen. Bedeckt die Schuppenflechte mehr als 10% des Körpers, kommt eine innerliche Behandlung mit verschiedenen Wirkstoffen in Frage. Viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Rosenbach

PD Dr. med. Thomas Rosenbach

Guten Tag. Bei unserem Sohn (13 Jahre) sind akut am ganzen Körper "Schuppenflechte - Stellen" aufgetreten - vor 2 Wochen hatte er eine eitr. Mandelent

Vor etwa 3 Jahren zum 1.Mal Schuppenfl. ausgebrochen- auch nach Stroptokokken. Die letzte Zeit eigentlich nur noch auf Kopfhaut und Ellbogen beschränkt. Nun am ganzen Körper: hauptsächlich kleinflächig punktuell, etwa 0,5 kleinfingernagelgross. Grössere Stellen auf der Kopfhaut und am Unterschenkel. Bis jetzt keine grossartigen Therapien in Anspruch genommen - nun stört es ihn. Kurzfristig leider kein Arzttermin zu bekommen - was tun?

Anonym

Themen: Angehörige

Sehr geehrte Julia,

bei der Schuppenflechte Ihres Sohnes handelt es sich um eine Sonderform der Psoriasis, die sogenannte Psoriasis guttata (=tropfenförmig). Wie Sie schon treffend beobachtet haben, treten kleine, ca. 1 - 20 mm große Flecke auf. Diesen Typ der Schuppenflechte findet man typischerweise als Erstausprägung einer Psoriasis bei Kindern und jungen Erwachsenen, zumeist durch eine Streptokokken Infektion (z.B. Mandelentzündung oder Scharlach) ausgelöst.

Die Psoriasis guttata kann gut mit mittelstarken Kortison Cremes der Klasse II behandelt werden und bildet sich im Gegensatz zur Psoriasis vulgaris bei Erwachsenen relativ schnell zurück. Bei jungen Erwachsenen, aber nicht bei Kindern und Jugendlichen, bevorzugt man eine UVB Lichtbestrahlung, da sie bequemer ist als das Eincremen der vielen kleinen Flecke. 

In der Hoffnung, dass diese Informationen erstmal weiterhelfen,

mit freundlichen Grüßen,

Priv.-Doz. Dr.. med. Thomas Rosenbach

 

 

PD Dr. med. Thomas Rosenbach

Meine Mutter hatte mal starke Kopfschuppenflechte jetzt hat ein Rheumatologe im Blut bei mir Schuppenflechte festgestellt .

Ich war schon beim Dermatologen und der hat auch nichts festgestellt. Muss das eigentlich ausbrechen?

M. M.

Themen: Angehörige

Sehr geehrte Melanie,

Psoriasis ist eine Erkrankung, die sowohl die Haut als auch die Gelenke befallen kann. Es kann, sein dass beide Dinge befallen sind, es kann aber auch sein, dass nur die Haut oder nur die Gelenke befallen sind. Im letzteren Fall ist es sehr schwierig eine so genannte Psoriasis-Arthritis zu diagnostizieren und dies vermag oft nur der erfahrene Rheumatologe. Allein anhand von Blutwerten kann man nicht auf eine Psoriasis-Arthritis rückschließen. Es müssen auch Probleme an den Gelenken zum Beispiel  Schwellung der Gelenke und Morgensteifigkeit vorliegen. Es kann im Blut, Faktoren geben, die dafür sprechen, dass man gegebenenfalls eine Gelenk-Schuppenflechte entwickelt. Dies gilt aber nicht immer 100%ig.

Schuppenflechte kommt familiär gehäuft vor. Das wiederum heißt aber nicht, wenn die Mutter Schuppenflechte hat, dass die Tochter auch unbedingt ein Schuppenflechte bekommen muss. Das kann man nicht voraussagen,  denn der Erbgang ist sehr vielfältig.

Wenn sie also keine Veränderungen an der Haut haben, muss es nicht sein dass sie diese noch bekommen. Wenn sie keine Gelenk- Schmerzen  und Schwellungen haben, haben sie auch keine Gelenk- Schuppenflechte, allenfalls ein Blutwert der die Neigung hierzu beschreiben könnte.

Ich hoffe das dieser Aussage Ihnen weiterhilft.

Mit besten Grüßen

D.Wilsmann-Theis

 

Dr. med. Dagmar Wilsmann-Theis

Meine 6.-jährige Tochter leidet seit 9 Monaten an Hautproblemen, die jetzt von zwei Ärzten als "Psoriasis" bezeichnet wurden. Bisher hilft nichts.

Hallo, im Mai 2016 fingen die Probleme an (immer mehr werdende rote, zum Teil schuppende Stellen am Körper, die auch jucken). Es folgten: Kinderarzt, Verdacht auf durch Streptokokken ausgelöste Entzündung. Antibiotika, antibiotische Hauptcreme. Keine Besserung. Überweisung an Hautarzt. Kortison-Ersatzcreme (Prednitorp) Keine Besserung. Dann Sommer - Ausschlag verschwand. Seit Dezember ist er wieder da und wir alle leiden darunter. Vor allem natürlich meine Tochter. Können Sie helfen?

M. P.

Sehr geehrte Sarah P., Liebe Mathilda,

Schuppenflechte ist keine Erkrankung des Erwachsenenalters, leider erkranken auch nicht selten Kinder und Jugendliche. Die Therapie gestaltet sich insgesamt etwas schwieriger, da eine ganze Reihe von Medikamenten erst ab dem Erwachsenen-Alter zugelassen und damit verfügbar sind.

Zur Orientierung gibt es eine Experten-Konsensus-Empfehlung, die sicherlich auch Ihrem behandelnden Hautarzt bekannt ist. Sie sollten ihn konkret darauf ansprechen. Die einzelnen Behandlungsoptionen orientieren sich an der Schwere der Erkrankung und es stehen für entsprechend schwer Betroffene auch einige der modernen biologischen Systemtherapieformen zu Verfügung.

Damit ist auch im Kindes- und Jugendalter eine Schuppenflechte gut behandelbar, ggf. wenden Sie sich an eine spezialisierte Schwerpunktpraxis. Nur nicht "den Kopf in den Sand" stecken.

mit freundlichen Grüßen

Dr. Ralph von Kiedrowski

 

Dr. Ralph von Kiedrowski

Meine Tochter leidet psychisch sehr unter der Krankheit. Wie kann ich ihr helfen?

Meine Tochter (13) leidet an schwerer Schuppenflechte am Oberkörper, den Armen und leider auch am Haaransatz. In letzter Zeit merke ich, wie ihr das immer mehr zu schaffen macht (auch psychisch) und sie sich zunehmend abkapselt. Neulich habe ich sogar mitbekommen, wie ein Mitschüler sie an der Bushaltestelle gehänselt hat. Ich mache mir ernsthafte Sorgen. Wie kann ich ihr helfen?

A. M.

Themen: Angehörige, Psyche & Seele

Sehr geehrte Frau M.,

ich kann Sie sehr gut verstehen. Viele Angehörige von Schuppenflechte-Patienten teilen das Leid ihrer erkrankten Familienmitglieder und gerade für Eltern ist es oft sehr schwer dabei zuzusehen, wie die Krankheit ihr Kind belastet. Ich möchte Ihnen auf diesem Weg Mut zusprechen: Moderne Therapieformen können heute vielen Betroffenen helfen, ihre Symptome weitestgehend in den Griff zu bekommen und ihre Lebensqualität zu steigern. Suchen Sie gemeinsam mit Ihrer Tochter einen spezialisierten Hautarzt auf und besprechen Sie gemeinsam, welche Optionen ihr noch offenstehen. Zusätzlich besteht für Ihre Tochter die Möglichkeit, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Hier kann sie lernen, ihre Krankheit einerseits zu akzeptieren, andererseits aber auch selbstbewusst damit umzugehen. Sollte dies allein keine Besserung bringen, besteht zuletzt natürlich auch die Option, professionelle Hilfe in Form einer psychotherapeutischen Behandlung in Anspruch zu nehmen.

Alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen,
PD Dr. med. Thomas Rosenbach

 

PD Dr. med. Thomas Rosenbach

 

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